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Naher Osten

Israel schickt Spezialkräfte auf Friedhofs-Mission in den Libanon

epaselect epa12801166 A destroyed building following an Israeli air strike in the Chiyah neighborhood of Beirut, Lebanon, 07 March 2026. The Israeli military stated it is conducting strikes in Lebanon ...
Ein zerstörtes Gebäude nach einem israelischen Luftangriff im Stadtteil Chiyah in Beirut.Bild: keystone

Israel schickt Spezialkräfte auf Friedhofs-Mission in den Libanon

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah spitzt sich weiter zu. Jetzt waren Spezialkräfte für eine tödliche Mission im Libanon unterwegs – auf einem Friedhof.
07.03.2026, 18:5107.03.2026, 18:51
Jakob Hartung / t-online
Ein Artikel von
t-online

Israels Armee hat im Libanon einen nächtlichen Einsatz mit Militärhubschraubern durchgeführt. Spezialkräfte seien in der Nacht nahe der Ortschaft Nabi Schit in der Bekaa-Ebene abgesetzt worden, teilte das Militär mit. Ziel der Operation sei es gewesen, den Leichnam des israelischen Luftwaffen-Navigators Ron Arad zu finden, der seit 1986 vermisst wird.

Der Soldat war damals über dem Südlibanon abgeschossen worden und in Gefangenschaft der schiitischen Amal-Miliz geraten. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt und beschäftigt die israelische Öffentlichkeit seit Jahrzehnten. Nach Angaben der israelischen Armee blieb der Einsatz jedoch erfolglos: Man habe keine Hinweise auf den Verbleib Arads gefunden. Kein israelischer Soldat sei verletzt worden.

Die Hisbollah erklärte, vier israelische Hubschrauber seien aus Richtung Syrien in den östlichen Libanon geflogen und hätten vor der Landung Luftangriffe ausgeführt. Nach dem Absetzen der Soldaten sei es nahe eines Friedhofs in Nabi Schit zu Gefechten mit Kämpfern der Miliz gekommen. Dort sollen die israelischen Soldaten nach möglichen Spuren von Ron Arad gesucht haben.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von schweren Kämpfen in der Region. Demnach wurden bei Gefechten und Luftangriffen mindestens 26 Menschen getötet, darunter auch drei Soldaten der libanesischen Armee. Insgesamt sind seit der jüngsten Eskalation im Libanon mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen.

Israel greift Hisbollah-Stellungen an

Parallel zu dem Einsatz setzte die israelische Armee ihre Luftangriffe auf Stellungen der Hisbollah fort. Ziel seien Raketenwerfer, Waffenlager und andere militärische Anlagen der vom Iran unterstützten Miliz im Süden des Libanon und in der Bekaa-Ebene gewesen, erklärte das Militär. Auch Kommandeure der Hisbollah-Eliteeinheit Radwan-Brigade sowie Kommandozentralen der Einheit seien angegriffen worden.

Die Gefechte haben sich ausgeweitet, nachdem die Hisbollah in dieser Woche erneut Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert hatte. Der israelische Militärsprecher Nadav Shoshani erklärte, die Miliz habe seit Beginn der neuen Kämpfe Hunderte Raketen und Drohnen auf israelisches Gebiet abgefeuert.

In Israel wurden bislang keine Todesopfer gemeldet. Nach Angaben des Militärs wurden jedoch acht israelische Soldaten durch Beschuss aus dem Libanon nahe der Grenze verletzt, fünf von ihnen schwer. Unter den Verletzten ist auch der Sohn des israelischen Finanzministers Bezalel Smotrich, der als Kampfsoldat im Libanon eingesetzt war.

Hunderttausende Menschen auf der Flucht

Die Kämpfe haben im Libanon eine neue Fluchtbewegung ausgelöst. Der Norwegische Flüchtlingsrat schätzt, dass rund 300'000 Menschen fliehen mussten. Israel hatte zuvor Bewohner grosser Teile des Südens, der Bekaa-Ebene sowie der südlichen Vororte von Beirut aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

«Wir schlafen hier auf der Strasse – einige in Autos, einige auf der Strasse, einige am Strand», sagte der Bewohner Jamal Seifeddin der Zeitung «The New Arab». Viele Familien hätten ihre Wohnungen überstürzt verlassen.

Die für den Libanon zuständige UN-Gesandte Jeanine Hennis-Plasschaert rief beide Seiten zu Gesprächen auf. Diese könnten «entscheidend» sein, um es kommenden Generationen zu ersparen, «immer wieder den gleichen Albtraum zu durchleben».

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9 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Laggoss
07.03.2026 23:33registriert Januar 2021
What? Der vielleicht weltbeste Geheimdienst, der seine politischen Gegner mit explodierenden Pagern ausstatten kann, soll es in 40 Jahren nicht geschafft haben, einen öffentlich zugänglichen Friedhof im Nachbarland zu inspizieren, so dass eine Spezialeinheit mit vier Hubschraubern in der Nacht dort nach Spuren suchen muss?
Yeah, I am not buying it..
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K.A.T.E.R
07.03.2026 19:18registriert Februar 2025
Verschollene Soldaten suchen als Legitimation

dass Putin nicht auf diese Idee kam 😹
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